10.4.3 Die Folgen des Krieges

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10.4.3 Die Folgen des Krieges

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Die Inhalte dieses Kapitels kurz zusammengefasst und in Zusammenhang gesetzt.
Welche Details oder Fakten wurden hier nicht erwähnt, sind aber für dich besonders spannend oder neu?
In diesem Kapitel erhältst du umfassende Informationen. Los geht's!

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Das unendliche Ringen von Mächten - Allianz oder Krieg?

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Urheber: Digitale Lernwelten GmbH

GFDL

Mächte ringen immer miteinander.

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine betrifft nicht isoliert nur diese beiden Länder. Schon jetzt hat der Konflikt weitreichende Folgen für beide Nationen, die Nachbarstaaten, Europa und die ganze Welt. Durch die Waffenlieferung der USA und EU in die Ukraine stehen sich indirekt Großmächte gegenüber. Diese Form der Weltordnung ist nicht neu. Seit jeher bestimmten Macht und militärische Schlagkräftigkeit das internationale Miteinander. 

Mit dem Ende der Sowjetunion zu Beginn der 1990er Jahre war die Hoffnung groß, dass eine kontinuierliche Annäherung der alten Feindesmächte geschieht und somit eine stetige friedliche Demokratisierung der Welt voranschreitet.

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Darstellung

Der amerikanische Politikwissenschaftler John. J. Mearsheimer darüber, warum große Weltmächte ständig nach mehr Macht streben

Die traurige Tatsache ist, dass die internationale Politik immer schon ein rücksichtsloses und gefährliches Geschäft gewesen ist. Und das wird wohl auch so bleiben. Obwohl die Intensität der Konkurrenz zu- oder abnimmt, fürchten sich Großmächte voreinander und konkurrieren untereinander um die Macht. Das über allem stehende Ziel jedes Staates besteht darin, seinen Anteil an der Macht über die Welt zu erhöhen. Das bedeutet, Macht auf Kosten anderer Staaten zu erringen. Aber Großmächte streben nicht nur danach, die stärkste aller Großmächte zu sein, obwohl das für sie ein willkommenes Ergebnis ist. Ihr allerletztes/entscheidendes Ziel besteht darin, die hegemoniale Macht zu sein – also die einzige große Macht im System.

Warum verhalten sich Großmächte so? Meine Antwort ist, dass das internationale System Staaten, die nach Sicherheit suchen, dazu zwingt, untereinander aggressiv zu handeln.

Drei kombinierte Faktoren des internationalen Systems führen dazu, dass Staaten sich voreinander fürchten:

  1. das Fehlen einer internationalen Instanz, die über den Staaten angesiedelt ist und in der Lage wäre, sie voreinander zu schützen,
  2. die Tatsache, dass Staaten immer eigene militärische Fähigkeiten haben,
  3. die Tatsache, dass sich Staaten über die Absichten anderer Staaten niemals sicher sein können.
Wie Probleme aus der Weltmächteperspektive gelöst werden

John J. Mearsheimer, The Tragedy of Great Power Politics, New York und London 2014, S. 2 und 3 (übersetzt von Marcus Ventzke, Digitale Lernwelten GmbH).

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Darstellung

Der amerikanische Politikwissenschaftler John. J. Mearsheimer über "realistische" und "liberale" Politik und wie sie zusammenkommen

Die zentrale Botschaft des Realismus, dass es nämlich für Staaten sinnvoll ist, selbstsüchtig nach Macht zu streben, besitzt keine große Attraktivität. Es ist schwierig, sich vorzustellen, dass ein moderner politischer Führer die Öffentlichkeit ohne Umschweife dazu auffordert, für die Verbesserung des Machtgleichgewichts zu kämpfen und zu sterben. Kein einziger amerikanischer oder europäischer Staatsmann hat das während des Weltkriegs oder des Kalten Kriegs getan.

Die meisten Leute stellen sich Kämpfe zwischen ihrem eigenen und rivalisierenden Ländern lieber als Zusammenstöße zwischen Gut und Böse vor, bei denen sie auf der Seite der Engel stehen und ihre Gegner mit dem Teufel im Bunde stehen.

Deshalb neigen politische Führer dazu, Krieg als moralischen Kreuzzug oder ideologischen Wettbewerb darzustellen, statt als Kampf um die Macht. Realismus ist schwer in der Öffentlichkeit zu vermitteln.

John J. Mearsheimer, The Tragedy of Great Power Politics, New York und London 2014, S. 22 f (übersetzt von Marcus Ventzke, Digitale Lernwelten GmbH).

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http://Von+William+Allen+Rogers+-+http://americanhistory.si.edu/militaryhistory/exhibition/zoomify.asp?id=1937&type=g&width=640&height=480&hideAlt=1,+Gemeinfrei,+https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=666916

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Alte Idee neu verwendet. Schon die alten Imperialisten, wie hier Roosevelt, nahmen sich, was sie wollten. Damit reiht sich Trump in die Geschichte der USA ein.

Diese Hoffnung zerbröckelt mehr und mehr. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine ist deutlich geworden, dass Großmächte ihre militärische Schlagfähigkeit nach wie vor für die Durchsetzung der eigenen Interessen nutzen. Demokratisches, gleichberechtigtes Miteinander souveräner Staaten? Fehlanzeige! 

Und die USA? Eine weitere Großmacht, die scheinbar bereit ist, ähnlich zu agieren. Präsident Trump hat im Januar 2026 militärisch in Venezuela eingegriffen und droht mit einer militärischen Übernahme Grönlands. Ist die Hoffnung auf eine friedliche Welt bereits vollständig in Scherben? 

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© Digitale Lernwelten GmbH

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Der kanadische Premierminister über den Sinn einer Partnerschaft (Integration) im 'westlichen' Bündnis.

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Quelle

US-Angriff auf Venezuela - Gilt jetzt das Recht des Stärkeren?

Deutschlandfunk: Nach dem Angriff auf Venezuela drohte US-Präsident Donald Trump auch Kolumbien und Mexiko und sagte außerdem, die USA brauchten Grönland. Die Europäer sind alarmiert. Sind die Zeiten der Kooperation auf internationaler Ebene vorbei?
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Quelle

Streit über die Zukunft Grönlands

Donald Trump erhebt Besitzansprüche auf Grönland und begründet dies mit einer steigenden Bedrohungslage. Würde Trump dieses Interesse militärisch durchsetzen?

https://www.deutschlandfunk.de/keine-einigung-bei-gespraechen-in-washington-100.html

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Die Kriege der USA
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Aufgabe

Podiumsdiskussion

Organisiert eine Podiumsdiskussion zum Thema "Die Folgen des Ukrainekriegs und die neue Weltordnung der Großmächte".

Vorbereitung
(1–2 Stunden vorher)

Gruppenbildung:
Lerngruppe in Rollen aufteilen (4–6 Podiumsgäste,  1–2 Moderator*innen,  Publikum).
Kontroverse Perspektiven für die Gäste wählen:

  • Russischer Diplomat (NATO-Aggression als Ursache)
  • Ukrainischer Vertreter (Verteidigung Souveränität)
  • US-Stratege (Neue Weltordnung durch Allianzen)
  • Chinesischer Analyst (Multipolarität statt Hegemonie)
  • EU-Politiker*in (wirtschaftliche Folgen und Werte)

Materialien:
Alle Informationen der Elemente 1-9 nutzen

Ablauf der Diskussion

  1. Einführung (5 Min.): Moderator*innen stellen Thema, Gäste und Regeln vor (z. B. Redezeit 1–2 Min., kein Unterbrechen, respektvolle Sprache)
  2. Eröffnungsstatements (10 Min.): Jede*r Gast präsentiert Position (1 Min. pro Person)
  3. Hauptdiskussion (20–30 Min.): Freier Austausch mit Moderator*innensteuerung – Repliken, Fragen aus dem Publikum (z. B. alle 5 Min. eine)
  4. Publikumsbeteiligung (10 Min.): 2–3 Fragen aus dem Publikum, kurze Antworten.
  5. Abschlussrunde (5 Min.): Jeder Gast fasst Kernposition zusammen; Moderatorinnen bündeln gemeinsame und unterschiedliche Positionen.
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Hinweis

Auswertung einer Podiumsdiskussion

Möglichkeiten für die Nachbereitung einer Podiusmdiskussion:

Wählt eine der folgenden Nachbereitungsaufgaben aus:

  • Abstimmung: Publikum bewertet per Punktabfrage oder Handzeichen, z. B. zur überzeugendste Argumentation
  • Reflexion: Runde: "Welche Perspektive hat dich überrascht?" oder "Welche Quellen waren entscheidend?"
  • Hausaufgabe: Kurzer Reflective Essay ("Neue Weltordnung: Chance oder Bedrohung?")
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Sind das direkte Folgen des Ukraine-Russland-Krieges oder machen uns die Konflikte nur sichtbar, was gerade international geschieht? Welche Vorstellung von Weltordnung scheinbar nach wie vor in den Köpfen regierender Personen vorherrscht? Und welche Mittel nur Recht sind, eingesetzt zu werden? Löst sich die Hoffnung auf Frieden auf und macht dem alten Denken vom Recht des Stärkeren Platz? Liegt noch irgendeine Moral zu Grunde oder muss derartiges politisches Operieren als bewusst egoistisch und willkürlich eingeschätzt werden? Wird diese Vorgehensweise kategorisch und in Zukunft vermehrt das Geschehen in der Weltpolitik bestimmen? 

Die direkten Folgen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine lassen sich bereits jetzt darstellen.

Kriegsverbrechen

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Das russische Militär hat Kriegsverbrechen begangen, darunter gezielte Angriffe auf zivile Ziele einschließlich Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen und das Energienetz; unterschiedslose Angriffe auf dicht besiedelte Gebiete; Entführung, Folter und Ermordung von Zivilisten; Zwangsdeportationen; sexuelle Gewalt; Zerstörung von Kulturerbe sowie die Tötung und Folterung ukrainischer Kriegsgefangener. 

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Urheber: Von National Police of Ukraine

https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=116761381

Cc4BYSA

Opfer des Massakers von Butscha

Ein UN-Menschenrechtsbericht kam zu dem Schluss, dass russische Truppen Zivilisten in ukrainischen Städten und Dörfern in den Regionen Kiew, Tschernihiw und Sumy zwischen dem 24. Februar und dem 6. April 2022 töteten. In der Stadt Butscha dokumentierte die Mission die Tötung von 73 Zivilisten und ist dabei, weitere 105 mutmaßliche Tötungen zu verifizieren. Der Internationale Strafgerichtshof hat Haftbefehl gegen Wladimir Putin erlassen – wegen der Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland.

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Erweiterung

Die Verbrechen von Butscha

Ein Bericht der Vereinten Nationen gibt ausführlich Auskunft über die Verbrechen von Butscha.

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Darstellung

Verhaftungen durch die russischen Besatzer in der Ukraine

Die Verhaftungen von Zivilist:innen in den nach 2022 besetzten Gebieten begannen unmittelbar nach Russlands vollumfänglichem Überfall im Februar. Allein in der Region um Charkiw, die nur bis zur Rückeroberung im September besetzt blieb, verschwanden 1.967 Zivilist:innen. Man geht davon aus, dass sie in Gefängnissen im weiterhin besetzten Teil der Ukraine oder sogar in Russland einsitzen.
Gleichzeitig wurde die Auflösung des ukrainischen Rechtssystems und die Eingliederung des Strafverfolgungsapparats unter die Verwaltungshoheit des russischen Innenministeriums vorbereitet.
Schon Ende Juli eröffnete das russische Innenministerium dazu seine vorläufigen Regionalabteilungen in Saporishshja und Cherson, was die gezielten Verhaftungen und Ermittlungen gegen Personen, die aus Sicht der russischen Führung den Zielen der Besatzung im Weg standen, vereinfacht haben dürfte. [...]
Oft zitiert wird der ukrainischen Ombudsmann für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, der von 16.000 identifizierten Zivilist:innen spricht, die von Russland gefangengenommen wurden. Darin eingeschlossen sind jedoch nicht nur Verhaftungen, sondern auch verschleppte Heimbewohner und Kinder.

Kriegstote – Zerstörungen – Flucht und Vertreibung

Humanitäre Katastrophe

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Die Opferzahlen sind enorm, wenn auch umstritten. Russland und die Ukraine haben wahrscheinlich bislang mehrere Hunderttausend Soldaten in diesem Krieg verloren (Tote und Verwundete). Die Vereinten Nationen schätzen, dass seit Februar 2022 mehr als 12.000 Zivilisten getötet wurden.

Zerstörung der Infrastruktur

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Etwa 90 Prozent der ukrainischen thermischen Stromerzeugung waren bis Mai 2025 zerstört. Etwa 50 Prozent aller ukrainischen Wasserkraftanlagen wurden beschädigt und 40 Prozent zerstört. Die ukrainische Energieinfrastruktur arbeitete im Herbst 2025 nur noch mit etwa einem Drittel ihrer Kapazität vor der Invasion.

Flucht und Vertreibung

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In der größten Flüchtlingskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg wurden etwa 3,7 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine vertrieben, während weitere 5,6 Millionen Ukrainer im Ausland Zuflucht gesucht haben (Stand Juli 2025). UNHCR

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© Digitale Lernwelten GmbH

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Vertreibung seit Kriegsbeginn im Februar 2022

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Deutschland und Polen sind die Länder mit den meisten aufgenommenen ukrainischen Flüchtlingen (Stand Mai 2025). Insgesamt waren etwa 5,1 Millionen ukrainische Flüchtlinge in Europa und weitere 500 000 im Rest der Welt registriert.

Deutschland nahm bisher 1.270.826 ukrainische Staatsbürger (Stichtag 31. Oktober 2025) auf. In Deutschland leben die meisten von ihnen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Berlin.

Etwa 90 Prozent aller ukrainischen Flüchtlinge sind Frauen und Kinder.

Ausführliche Informationen hierzu in Kapitel
10.5 Deutschland, Deutsche und der Krieg – Unterdrückung, Flucht, unterbrochene Beziehungen

Gesellschaftliche Mobilisierung

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Beide Gesellschaften sind vom Krieg geprägt: Die Ukraine durch Mobilisierung, tägliche Luftalarme und wirtschaftlichen Niedergang; Russland durch Zensur, Repression gegen Kriegsgegner und die Auswirkungen westlicher Sanktionen. Der Krieg hat die ukrainische nationale Identität gestärkt und die Gesellschaft vom russischen Einfluss entfremdet – das Gegenteil dessen, was Moskau anstrebte.

Radikalisierung des Krieges

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De russische Präsident bezeichnet Anfang 2025 den Krieg seines Landes gegen die Ukraine als "heilige Pflicht"

Langfristiger Ausblick

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Karikatur: "Tump und Putin teilen die Welt neu auf." Was bedeutet das für die Ukraine?

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In der Welt unserer Tage löst sich der regelbasierte Umgang der Staaten miteinander auf. Der Westen als Ort des Schutzes wichtiger gesellschaftlicher Werte sowie der Menschen- und Bürgerrechte bröckelt zunehmend. Alle größeren Staaten der Welt, die Russland, China und die USA folgen ihren eigenen Macht- und Wirtschaftsinteressen. Eine neue Aufteilung der Welt steht bevor, wie man sie aus dem 19. Jahrhundert kennt. 

In dieser Lage könnte der Krieg in der Ukraine, der jetzt schon länger dauert als der Krieg zwischen Nazideutschland und der Sowjetunion, noch lange andauern. Wenn er endet, dann aufgrund einer Übereinkunft der Großmächte. Die Interessen der Ukraine werden dabei im besten Fall eine untergeordnete, im schlechtesten nahezu gar keine Rolle spielen. 

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© Digitale Lernwelten GmbH

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Karikatur: "Trump und Putin suchen eine gerechten Frieden für die Ukraine."

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Aufgabe

Karikaturen untersuchen

  1. Untersuche die Karikaturen über den US-Präsidenten Donald Trump und den russischen Präsidenten Wladimir Putin.
  2. Beschreibe auf der Grundlage dieser Karikaturen die Gefahren für Ukraine.

Was nicht so laut gesagt wird: US-Präsident Donald Trump will auch nur die Bodenschätze

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Die an diesem Krieg beteiligten großen Länder, die eine der beteiligten Kriegsparteien unterstützen oder wie Russland selbst den Krieg führen, werden auf ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen achten, denn die Lieferung von Waffen oder auch die Stützung des ukrainischen Staatshaushalts zur Aufrechterhaltung von medizinischer Versorgung, Bildung und Infrastruktur sind sehr teuer. Russland will ukrainische Gebiete annektieren und sich deren Industrieanlagen und Ressourcen aneignen. Die USA wollen in der Ukraine den Zugriff auf Bodenschätze wie Lithium bekommen. Die europäischen Staaten zielen mit Wiederaufbaukonferenzen und -vereinbarungen ebenfalls auf die wirtschaftlichen Potentiale eines Wiederaufbaus der Ukraine nach Ende des Krieges.

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Quelle

USA sichern sich Zugriff auf größtes Lithiumfeld der Ukraine

Wer verliert den Krieg auf jeden Fall?

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Urheber: PantheraLeo1359531

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zusammenkunft_Solidarit%C3%A4t_mit_der_Ukraine_20220226_HOF09359.jpg?uselang=de

PD

Gedenken für die Todesopfer des Krieges

Die Ukraine! Sie hat viele Opfer zu beklagen, die nicht zurückkommen. Hunderttausende Kriegsversehrte werden die ukrainische Gesellschaft auch noch lange nach Kriegsende prägen. Die von Russland angerichteten Zerstörungen sind gewaltig und werfen das Land in seiner Entwicklung wahrscheinlich viele Jahre zurück. Ob nach einem Kriegsende die Millionen Flüchtlinge zurückkehren werden, ist sehr fraglich. Die beteiligten Unterstützer des Krieges werden nach dem Krieg in irgendeiner Form als Sieger-, Garantie- und Sicherungsmächte einen großen Einfluss direkt im Land haben. Die Gefahr ist hoch, das die Ukrainer den Aufbau dadurch bezahlen müssen, dass sie den Zugriff auf ihre Industrieanlagen, Landwirtschaftsflächen, Hafenanlagen und Bergwerke verlieren – und zwar genau an die Garantie- und Sicherungsmächte, die nach dem Krieg ihre Verluste ausgleichen und wie der US- und der russische Präsident Gewinn machen wollen. 

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Der australische Historiker Christopher Clark über ein mögliches Ende des Ukrainekrieges (27.11.2025)
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Darstellung

Das Rohstoffabkommen zwischen der Ukraine und den USA vom April 2025

Unterzeichnung und Hintergrund

Am 30. April 2025 unterzeichneten die USA und die Ukraine ein Abkommen, das den USA privilegierten Zugang zu den umfangreichen Rohstoffvorkommen der Ukraine gewährt.

Die Verhandlungen waren turbulent: Die Unterzeichnung des Abkommens, für das der Rahmen bereits vereinbart worden war, wurde durch die heftige Konfrontation zwischen Trump und Selenskyj im Februar vereitelt. 

Nach einem Eklat im Weißen Haus, bei dem Trump und Vizepräsident Vance Selenskyj vor laufenden Kameras Respektlosigkeit vorwarfen, schienen die Verhandlungen gescheitert. Erst nach einem Treffen am Rande der Papstbeerdigung in Rom kam es doch noch zur Einigung.

Inhalt des Abkommens

Vereinbart wurde, dass Washington und Kiew zu gleichen Teilen einen gemeinsamen Fonds schaffen, in den die Gewinne aus zukünftigen Rohstoffprojekten fließen sollen. Dabei erhalten die USA einen privilegierten Zugang zu ukrainischen Rohstoffen. 

Das Rahmenabkommen umfasst elf Punkte und sieht die Schaffung eines Wiederaufbaufonds für die Ukraine vor. Es legt fest, dass die Ukraine 50 Prozent aller Einnahmen aus künftigen Rohstoffprojekten in diesen Fonds einzahlen soll. Dies betrifft Mineralvorkommen, Kohlenwasserstoffe wie Erdöl und Erdgas sowie Einnahmen aus der Nutzung von Infrastruktur wie Häfen oder Flüssiggasterminals. 

Wichtige Details:

  • Das Abkommen hält laut der ukrainischen Wirtschaftsministerin Swyrydenko fest, dass die Ukraine wegen der bisherigen Waffen- und Finanzhilfen im Russisch-Ukrainischen Krieg von 2022 bis 2025 keine Schulden hat. 
  • Der Deal sieht vor, dass die Ukraine sowohl Besitz als auch Kontrolle über ihre Bodenschätze behält. Darüber hinaus müssen die Einnahmen aus der Rohstoffförderung in den ersten zehn Jahren in die Ukraine investiert werden. 
  • "Die Ukraine behält die Kontrolle über alle Ressourcen", versicherte Regierungschef Denys Schmyhal. Lagerstätten oder auch Infrastrukturobjekte seien kein Gegenstand des Vertrages. 
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Darstellung

Kosten des Ukrainekriegs für Deutschland

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat die Bundesregierung der Ukraine bilaterale zivile Unterstützung in Höhe von rund 36 Milliarden Euro geleistet. Die militärische Unterstützung betrug bislang rund 40 Milliarden Euro oder wird fest geplant in den kommenden Jahre bereitgestellt. Das ergibt eine Gesamtsumme von etwa 76 Milliarden Euro an direkter bilateraler Unterstützung.

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Bundeskanzler Merz über die Beteiligung Deutschlands am Wiederaufbau der Ukraine
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Darstellung

Bundeskanzler Friedrich Merz über die Rolle von Unternehmen beim Aufbau der Ukraine

"Um neu aufzubauen, was zerstört wurde, braucht es jetzt schon starke Partner. Die sind heute hier. Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von vielen Staaten kommen heute zusammen. Die Europäische Union, die G7, die großen internationalen Organisationen [...]. Der Wiederaufbau der Ukraine wird sich nicht allein aus öffentlichen Mitteln leisten lassen; ohne die Privatwirtschaft wird es nicht gehen. Daher freut es mich ganz besonders, dass wir heute beispielsweise einen European Flagship Fund for the Reconstruction of Ukraine aus der Taufe heben. Ich möchte auch die wertvolle Arbeit des Business Advisory Council würdigen [...]. Ich habe mich mit dieser Gruppe auch in Berlin getroffen, als Präsident Selenskyj vor einigen Wochen zu Besuch war. Es ist wirklich beeindruckend, was gerade deutsche Unternehmen beim Wiederaufbau der Ukraine schon heute leisten. Sie investieren. Sie beschäftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Deutschland, aber auch sehr viele aus der Ukraine."

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Karikatur: "Wer darf mit an den Tisch, auf dem die Welt verteilt wird?"

Kämpfen für die Freiheit - kollektive Würde

Mögliche positive Effekte

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Auch wenn die Ukraine massive Verluste an Mensch und Material zu beklagen haben wird, gibt es doch einen Aspekt, in dem die ukrainische Bevölkerung möglicherweise nicht verlieren könnte. Für die eigene Freiheit zu kämpfen, kann eine starke kollektive Identität stiften. Menschen, die zusammen Risiken eingegangen sind und Opfer gebracht haben, entwickeln oft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, das über ethnische, regionale oder soziale Unterschiede hinausgeht. Gerade die Ukraine ist hier ein interessantes Beispiel: Die drei Revolutionen (1990, 2004, 2013/14) haben eine zivilgesellschaftliche Tradition geschaffen, auf die sich spätere Generationen berufen können.
Erkämpfte Freiheit wird oft höher geschätzt als mühelos bekommene. Bürger, die für demokratische Rechte gekämpft haben, neigen dazu, diese aktiver zu verteidigen und politisch wachsamer zu sein. Der Kampf selbst schafft auch praktische Erfahrungen in Selbstorganisation, Solidarität und zivilem Widerstand.

Der Kampf für Freiheit wird auch philosophisch als existenzielle Wahl, politische Notwendigkeit oder als moralische Pflicht verstanden, die oft mit Verantwortung und dem Überwinden von Fremdbestimmung verbunden ist.
So z. B. Jean-Paul Sartre (Existenzialismus): Freiheit ist das Wesen des Menschen. Kampf bedeutet, diese absolute Freiheit durch Entscheidungen zu verwirklichen und Verantwortung zu übernehmen, auch politisch.

Kritische Einwände

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Allerdings gibt es auch Gegenbeispiele. Deutschland und Japan entwickelten nach 1945 stabile Demokratien, obwohl diese von außen eingeführt wurden. Umgekehrt führten manche Befreiungskämpfe zu autoritären Regimen, weil die Revolutionsführer ihre Macht nicht wieder abgaben. Zudem kann ein überhöhter Opfermythos auch problematisch werden, wenn er nationalistische Tendenzen befördert oder kritische Selbstreflexion erschwert. Die Wirkung eines kollektiven Kampfes um die Freiheit hängt letztlich stark davon ab, wie eine Gesellschaft ihre Geschichte aufarbeitet und welche Lehren sie daraus zieht.

Zusammenfassung: Die Folgen des Krieges

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